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Mikrofinanz für Schweizer institutionelle Anleger: ein Stabilisator für Fixed Income

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Zwanzig Jahre Indexdaten zeigen: Mikrofinanz erzielt obligationenähnliche Renditen bei sehr geringer gemessener Volatilität. Für Schweizer Pensionskassen geht es weniger darum, ob die Anlageklasse für sich genommen attraktiv ist, als darum, welche Position im Fixed Income sie ersetzen soll – und wie sich eine marktkonforme Rendite nach BVV 2 belegen lässt.

Mikrofinanz für Schweizer institutionelle Anleger: ein Stabilisator für Fixed Income

Zusammenfassung

  • Ein CHF-abgesicherter Mikrofinanzindex rentierte zwischen 2004 und 2025 mit 1,3% pro Jahr, gleich wie Schweizer Hypotheken und abgesicherte Investment-Grade-Obligationen, bei einer jährlichen Volatilität von 0,6%.
  • Erwartete Kreditverluste von rund 0,4% pro Jahr entsprechen einer Kreditqualität zwischen BBB und BB, an der Grenze zu Investment Grade.
  • Die maximalen Drawdowns betrugen –0,5% in der globalen Finanzkrise und –1,0% in der Pandemie – gegenüber Verlusten von über 30% bei Obligationen unterhalb Investment Grade.
  • In der Allokation einer Schweizer Pensionskasse senkte Mikrofinanz die Portfoliovolatilität bei nahezu unveränderter Rendite – vorausgesetzt, sie ersetzte eine Anlage mit ähnlicher Rendite.

Swiss Institutional Symposium 2026 · 10. November, Mandarin Oriental Zürich

Mikrofinanz gehört zu den ältesten Strategien des Impact Investing und zu den wenigen mit einer Historie, die lang genug ist, um sie allein nach finanziellen Kriterien zu beurteilen. Tameo Impact Fund Solutions berechnet seit 2004 den Microfinance Private Debt Index (TX-MFD) aus den monatlichen Nettoinventarwerten von Private-Debt-Fonds, die Mikrofinanzinstitute in Schwellen- und Frontier-Märkten finanzieren (Tameo Impact Fund Solutions, 2025). Eine im August 2026 publizierte Studie des St. Galler Beratungsunternehmens c-alm nutzt diese Datenreihe, um zu prüfen, ob Mikrofinanz in die Fixed-Income-Allokation eines regulierten Schweizer Anlegers gehört (Beiner & Weder, 2026). Die Studie klammert die Frage der sozialen Wirkung, zu der die akademische Evidenz uneinheitlich bleibt, bewusst aus und konzentriert sich auf Rendite, Kreditrisiko, Krisenverhalten und Diversifikation.

Schweizer Anleger investieren in der Regel über ein Mikrofinanz-Anlagevehikel (Microfinance Investment Vehicle, MIV). Rund 90% des Fondsvermögens werden an Mikrofinanzinstitute (MFI) ausgeliehen, oft an rund 150 davon; der Rest liegt in Geldmarktinstrumenten oder Obligationen. Die Darlehen laufen zwei bis drei Jahre, werden nach festem Plan amortisiert und sind überwiegend vorrangig (senior); rund 60% sind fest verzinst, ein grosser Teil lautet auf US-Dollar (Beiner & Weder, 2026). Jedes MFI teilt seine Finanzierung in viele Kleinkredite an Haushalte und Kleinstunternehmer auf. Die Vehikel unterscheiden sich erheblich in der Währungs- und Zinsabsicherung, im Verhältnis von vorrangigen und nachrangigen Forderungen und in der Grösse der finanzierten Institute – Unterschiede, die das Risikoprofil bestimmen, das ein Anleger tatsächlich erwirbt.

Am Ende der Kette ist die Ökonomie aufschlussreich. Informelle Geldverleiher verlangen von einkommensschwachen Kreditnehmern zwischen 40% und 200% pro Jahr, MFI typischerweise 25% bis 30% (Banerjee & Duflo, 2011, zitiert nach Beiner & Weder, 2026). Der Unterschied beruht auf über Jahrzehnte verfeinerten Kreditvergabetechniken: standardisierte Produkte, häufige Rückzahlungen, gegenseitige Verantwortung in der Gruppe und dynamische Anreize, bei denen der Zugang zu grösseren Krediten von der pünktlichen Rückzahlung kleinerer abhängt. Randomisierte Studien, die Cai et al. (2025, zitiert nach Beiner & Weder, 2026) zusammenfassen, zeigen, dass solche Anreize Ausfälle besonders bei risikoreicheren Kreditnehmern senken. Der Markt bleibt klein: c-alm schätzt das Vermögen in MIV auf 20 bis 25 Milliarden US-Dollar, gegenüber rund 1,57 Billionen US-Dollar im gesamten Impact Investing (Global Impact Investing Network, 2024, zitiert nach Beiner & Weder, 2026).

Die Evidenz und ihre Grenzen

Zwischen Ende 2003 und Ende 2025 rentierte der CHF-abgesicherte Index mit rund 1,3% pro Jahr. Schweizer Hypotheken und abgesicherte Investment-Grade-Obligationen in Fremdwährung erzielten gleich viel, Staatsanleihen von Schwellenländern in Lokalwährung etwas weniger und Obligationen in Schweizer Franken etwas mehr. Anlageklassen mit einem Anteil unterhalb Investment Grade erzielten deutlich mehr: 3,3% pro Jahr bei Senior Secured Loans, 3,6% bei Schwellenländerobligationen in Hartwährung und 4,4% bei US High Yield (Beiner & Weder, 2026).

Was Mikrofinanz auszeichnet, ist ihre jährliche Volatilität von 0,6% – vergleichbar mit dem KGAST-Immobilienindex und halb so hoch wie bei Schweizer Hypotheken. Ihr Verhältnis von Rendite zu Volatilität ist mit 1,9 das höchste unter den untersuchten Anlageklassen; abgesicherte Investment-Grade-Obligationen in Fremdwährung erreichen 0,4 (Beiner & Weder, 2026). Die Studie hält ausdrücklich fest, dass diese Kennzahl kein Mass für das ökonomische Risiko ist. Monatliche NAV-Bewertung, vorausschauende Rückstellungen für erwartete Verluste und die Geduld der Entwicklungsfinanzierer im Sektor glätten die ausgewiesenen Renditen. Für eine Pensionskasse ist diese Glättung dennoch nicht ohne Wert: Sie führt zu einem stabileren Deckungsgrad und auf Dauer zu einer berechenbareren Verzinsung der Altersguthaben der Versicherten.

Die Kreditqualität muss abgeleitet werden, da MFI-Darlehen kein externes Rating tragen. MIV haben im Durchschnitt rund 0,4% des Vermögens pro Jahr für erwartete Verluste zurückgestellt, während die realisierten Abschreibungen bei durchschnittlich etwa 0,2% lagen; die kumulierten Rückstellungen lagen stets über den Abschreibungen. Mit einer angenommenen Verwertungsquote von 50% – vergleichbar mit vorrangigen unbesicherten Unternehmensanleihen – stellt c-alm die implizite Ausfallerfahrung den historischen Ausfallraten von Moody’s gegenüber und verortet sie zwischen den Kategorien BBB und BB (Beiner & Weder, 2026). Zwei Mechanismen erklären die geringen Verluste. Die MFI fangen Ausfälle zuerst selbst auf, über Wertberichtigungen und Eigenkapital, das durchschnittlich rund 20% der Aktiven ausmacht, gegenüber etwa 5% bei Geschäftsbanken (Rodríguez Monroy & Huerga, 2010, zitiert nach Beiner & Weder, 2026). Notleidende Kredite werden zudem meist restrukturiert oder refinanziert statt abgeschrieben, und weil jedes MFI bei mehreren Fonds Mittel aufnimmt, trägt kein einzelnes Vehikel einen Verlust vollständig.

Die Krisenbilanz ist das stärkste Argument. Während der globalen Finanzkrise verloren Obligationen unterhalb Investment Grade über 30% und Investment-Grade-Obligationen rund 3%, der Mikrofinanzindex dagegen höchstens 0,5%. Sein maximaler Drawdown in der Pandemie betrug 1,0% (Beiner & Weder, 2026). Zwischen Februar und April 2020 ging die Kreditvergabe der MFI um rund 80% zurück, die Rückzahlungen um etwa die Hälfte (Lee et al., 2025, zitiert nach Beiner & Weder, 2026). Statt Forderungen bilateral durchzusetzen, unterzeichneten die MIV Koordinationsvereinbarungen, verlängerten Laufzeiten und schuldeten Kredite um, während Entwicklungsfinanzierer (Development Finance Institutions, DFI) und Aufsichtsbehörden Liquidität und Moratorien bereitstellten (Mendelson & Rozas, 2024, zitiert nach Beiner & Weder, 2026). Einige kleinere MFI überlebten nicht, die Verluste für Anleger blieben jedoch begrenzt.

Ebenso klar sind die Grenzen. Der Index umfasste 2025 nur sechs Fonds, ist gleichgewichtet und möglicherweise von Survivorship Bias betroffen. Die Bewertung hinkt den kotierten Märkten hinterher, wie die verzögerte Abwertung in der Pandemie im April 2020 zeigte. Der schlechteste Monat in zwei Jahrzehnten, ein Verlust von 0,8% im Jahr 2013, kam erst, als ein Fonds Kredite aus der Krise in Andhra Pradesh von 2010 nach der üblichen zwei- bis dreijährigen Restrukturierung abschrieb – eine Erinnerung daran, dass Verluste in der Mikrofinanz aufgeschoben und nicht aufgehoben sind (Beiner & Weder, 2026). Politische Ereignisse, Betrug und bewaffnete Konflikte führen zu tieferen Verwertungsquoten als wirtschaftlich bedingte Ausfälle und im Extremfall zum Totalverlust.

Die Frage der Marktkonformität

Für Schweizer Pensionskassen ist die Frage, ob eine Anlage eine marktkonforme Rendite erzielt, keine akademische, sondern eine regulatorische Pflicht nach Art. 71 BVG und Art. 50–52 BVV 2. c-alm räumt ein, dass die Antwort sowohl vom Zeitraum als auch von der Vergleichsgrösse abhängt. Über zwanzig Jahre erreichte Mikrofinanz das Niveau von Schwellenländer-Staatsanleihen in Lokalwährung, blieb aber deutlich hinter Schwellenländerobligationen in Hartwährung zurück. Im vergangenen Jahrzehnt lag sie hinter beiden, während ihre kurze Duration sie in den sechs Jahren bis 2025 bei steigenden Zinsen weit besser schützte als kotierte Obligationen (Beiner & Weder, 2026).

Die Studie stützt sich deshalb auf risikobereinigte Renditen und erwartete Kreditverluste und kommt auf dieser Grundlage zum Schluss, dass kommerzielle Mikrofinanz als marktkonform eingestuft werden kann. Ihre zukunftsgerichtete Schätzung nach dem Bausteinansatz, Stand Ende 2023, beziffert die erwartete Nettorendite CHF-abgesicherter Mikrofinanz nach erwarteten Verlusten, Währungsabsicherung und laufenden Kosten auf rund 1,5% – vergleichbar mit abgesicherten Schwellenländerobligationen in Hartwährung mit 1,7% und klar über abgesicherten Investment-Grade-Obligationen in Fremdwährung mit 0,4% (Beiner & Weder, 2026). Die Kosten der Absicherung in Schweizer Franken, geschätzt auf rund vier Prozentpunkte, sind der entscheidende Abzug.

Es gibt einen strukturellen Grund, weshalb die Renditen nicht höher sind. DFI verfolgen neben finanziellen auch entwicklungspolitische Mandate und vergeben Kredite an MFI oft zu Konditionen, mit denen kommerzielle Fonds nicht mithalten können; in einigen Märkten verdrängen sie private Kreditgeber vollständig (Beiner & Weder, 2026). Ihre Präsenz stabilisiert den Sektor, wie die Pandemie gezeigt hat, drückt aber auch die Rendite, die privatem Kapital zur Verfügung steht. Wer in Mikrofinanz investiert, kauft damit faktisch die Stabilität, zu der die Entwicklungsfinanzierer beitragen.

Von der Evidenz zur Schweizer Praxis

Um das Diversifikationsargument zu prüfen, modellierte c-alm eine vereinfachte durchschnittliche Allokation einer Schweizer Pensionskasse auf Basis des UBS-Pensionskassen-Performanceindex: 34% Fixed Income, 40% Aktien und 26% Schweizer Immobilien. Ersetzte Mikrofinanz einen Teil der abgesicherten Investment-Grade-Obligationen in Fremdwährung, sank die Portfoliovolatilität bei praktisch unveränderter Rendite. Der Schritt von einer hälftigen Aufteilung zu einem vollständigen Ersatz senkte die Volatilität um 15 Basispunkte, bei Renditekosten von weniger als einem Basispunkt (Beiner & Weder, 2026). Der Effekt wächst mit der Grösse der Fixed-Income-Allokation und verschwindet, wo es keine gibt.

Der Nutzen hängt davon ab, was Mikrofinanz ersetzt. Ersetzt sie Anlagen mit ähnlicher historischer Rendite – Investment-Grade-Obligationen in Fremdwährung oder Schwellenländeranleihen in Lokalwährung –, bleibt das Renditeprofil erhalten. Ersetzt sie High Yield oder Senior Secured Loans, senkt sie zwar das Risiko, aber auch die Rendite (Beiner & Weder, 2026). Für den Stiftungsrat lautet die relevante Frage deshalb nicht, ob Mikrofinanz für sich genommen attraktiv ist, sondern welche Position im bestehenden Fixed-Income-Portfolio sie ersetzen soll.

Die Umsetzung verdient dieselbe Aufmerksamkeit wie die Allokation. Der Index ist ein Wegweiser für die Anlageklasse, nicht für ein einzelnes Vehikel, und die Vehikel unterscheiden sich im Engagement in Lokalwährungen, darin, ob fest verzinste Kredite gegen Zinsänderungsrisiken abgesichert sind, und in ihrer Konzentration auf grössere Tier-1-Institute oder kleinere, schneller wachsende. Die Illiquidität ist im Liquiditätsbudget des Gesamtportfolios zu beurteilen, nicht Position für Position. Die Due Diligence sollte entsprechend die Rückstellungs- und Abschreibungspolitik des Managers, seine Fähigkeit zur Verwertung und seine Mitwirkung an der Gläubigerkoordination umfassen – die Mechanismen, auf denen die Bilanz der Anlageklasse beruht.

Für Schweizer Pensionskassen ist Mikrofinanz damit weniger ein Renditetreiber als eine stabilisierende Komponente im Fixed Income. Ihre Begründung stützt sich auf eine Kreditqualität nahe Investment Grade, eine geringe Abhängigkeit von kotierten Märkten und zwei Jahrzehnte Gelassenheit in Krisen – Eigenschaften, die die Struktur des Sektors widerspiegeln und nicht den Zufall. Ob diese Begründung für eine bestimmte Kasse trägt, hängt von der Rolle der Allokation, der ersetzten Anlage und dem gewählten Umsetzungsvehikel ab.

Fragen für den 10. November

Das Swiss Institutional Symposium bringt Asset Owner zusammen, für die die Zusammensetzung des Fixed Income eine wiederkehrende Frage ist. Aus der Evidenz ergeben sich drei Fragen:

  • Hat geglättete Volatilität einen legitimen Wert für den Deckungsgrad einer Pensionskasse, oder sollte sie im Risikobudget bereinigt werden?
  • Wie dokumentiert ein Stiftungsrat eine marktkonforme Rendite nach BVV 2 für eine Anlageklasse ohne externe Ratings und ohne kotierte Preise?
  • Wo hört die Präsenz der Entwicklungsfinanzierer auf, eine Quelle der Stabilität zu sein, und wo beginnt sie, die kommerziellen Renditen zu begrenzen?

Literatur

Beiner, S., & Weder, P. (2026, 21. August). Mikrofinanz: Kleine Kredite, grosse Stabilität [Anlageklassenanalyse]. c-alm AG. https://cdn.website.prod.eng.c-alm.ch/PUBLICATION/Mikrofinanz~_Kleine_Kredite~_grosse_Stabilitaet_DE.pdf · Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) vom 25. Juni 1982, SR 831.40. · Tameo Impact Fund Solutions. (2025). Microfinance Private Debt Index (TX-MFD) [Datensatz]. https://tameo.solutions/analytics · Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2) vom 18. April 1984, SR 831.441.1. Hinweis. Mit «zitiert nach» gekennzeichnete Werke sind Sekundärzitate aus Beiner und Weder (2026): Banerjee und Duflo (2011), Cai et al. (2025), Global Impact Investing Network (2024), Lee et al. (2025), Mendelson und Rozas (2024) sowie Rodríguez Monroy und Huerga (2010). Die Performancedaten sind von Tameo Impact Fund Solutions lizenziert.

Key takeaways

  • Stabilität, nicht Rendite. Mikrofinanz hat über zwanzig Jahre gleich viel rentiert wie abgesicherte Investment-Grade-Obligationen, bei weit geringerer gemessener Volatilität.

  • Nahe Investment Grade. Die implizite Ausfallerfahrung liegt zwischen BBB und BB, gestützt durch die Eigenkapitalpolster der MFI und systematische Restrukturierung.

  • Gelassen in Krisen. Die Drawdowns blieben in der Finanzkrise und in der Pandemie bei höchstens 1%, Verluste können sich jedoch mit mehrjähriger Verzögerung zeigen.

  • Risikobereinigt marktkonform. c-alm erwartet nach Verlusten, Absicherung und Kosten eine Nettorendite von rund 1,5% – die Absicherung in Schweizer Franken ist der entscheidende Abzug.

  • Der Ersatz entscheidet. Der Portfolionutzen entsteht, wenn Mikrofinanz eine Anlage mit ähnlicher Rendite ersetzt, nicht höher rentierende Kredite.

  • Die Umsetzung zählt. Die Vehikel unterscheiden sich stark in Währungs-, Zins- und Rangfolgerisiken; der Index ist ein Wegweiser, kein Stellvertreter.

Frequently asked questions

Was ist ein Mikrofinanz-Anlagevehikel (MIV)?

Ein MIV ist ein Fonds, der rund 90% seines Vermögens an Mikrofinanzinstitute ausleiht, oft an rund 150 davon; diese vergeben ihrerseits Kleinkredite an Haushalte und Kleinstunternehmer. Die Darlehen laufen zwei bis drei Jahre, werden nach festem Plan amortisiert und sind überwiegend vorrangig; ein grosser Teil lautet auf US-Dollar.

Bedeutet die geringe Volatilität der Mikrofinanz ein geringes Risiko?

Nicht für sich allein. Monatliche NAV-Bewertung und vorausschauende Rückstellungen glätten die ausgewiesenen Renditen; das ökonomische Risiko lässt sich besser an der impliziten Kreditqualität zwischen BBB und BB und an den verzögerten Abschreibungen nach der Krise in Andhra Pradesh ablesen.

Wie hat sich Mikrofinanz in der Finanzkrise und in der Pandemie gehalten?

Der Index verlor in der globalen Finanzkrise höchstens 0,5%, während Obligationen unterhalb Investment Grade über 30% einbüssten; der maximale Drawdown in der Pandemie betrug 1,0%. Koordination unter den Kreditgebern, Laufzeitverlängerungen und Liquidität von Entwicklungsfinanzierern begrenzten die Verluste der Anleger.

Erzielt Mikrofinanz eine marktkonforme Rendite nach BVV 2?

Risikobereinigt und nach erwarteten Kreditverlusten kommt die Studie von c-alm zu diesem Schluss, wobei die Antwort vom gewählten Zeitraum und von der Vergleichsgrösse abhängt. Art. 71 BVG und Art. 50–52 BVV 2 verlangen, dass der Stiftungsrat diese Beurteilung dokumentiert.

Weshalb sind die Renditen der Mikrofinanz nicht höher?

Entwicklungsfinanzierer vergeben Kredite an Mikrofinanzinstitute oft zu Konditionen, mit denen kommerzielle Fonds nicht mithalten können. Ihre Präsenz stabilisiert den Sektor, drückt aber die Rendite für privates Kapital; die Absicherung in Schweizer Franken kostet zusätzlich rund vier Prozentpunkte.

Wie gross ist eine typische Allokation?

Die Studie modelliert einen Ersatz von fünf Prozentpunkten innerhalb einer durchschnittlichen Schweizer Pensionskassen-Allokation; die angemessene Grösse hängt von der Fixed-Income-Allokation und vom Liquiditätsbudget der einzelnen Kasse ab.